Interview: Nachgefragt bei Jugendkoordinator Jonas Gördes

Es sind jene Zeiten, in denen ein Blick in die Zukunft schwerfällt. Die Corona-Pandemie hat das Geschehen in jeglichen Bereichen weiterhin fest im Griff und auch der Sport und mit ihm der Handball sucht nach einem Strohhalm, den er greifen kann um sich langsam aus diesen schwierigen Zeiten zu befreien. Die Sporthallen sind seit langer Zeit geschlossen und viele Sportlerinnen und Sportler sind auf alternative Trainingsformen und -arten angewiesen.

Hinter den Kulissen jedoch laufen beim TuS 82 die Zukunftsplanungen auf Hochtouren und es ist die Hoffnung an einen „Re-Start“ in einer schrittweise zurückkehrenden Normalität, was die Motivation weiterhin hochhalten lässt.

In einem Interview sprach unsere Social-Media-Beauftragte Nina Mauer vor kurzem mit Jonas Gördes, dem sportlichen Leiter der Jugendabteilung über die Zukunftsperspektiven des Vereins.

Nina: Hallo Jonas, wie geht es dir und wie sieht die aktuelle Lage im Jugendbereich aus?

Jonas: Hallo Nina, mir geht es soweit gut. Ich denke die aktuelle Situation ist für jeden in einer gewissen Art und Weise belastend, da kann ich mich nicht rausnehmen. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen sind stark von den Einschränkungen in ihrer Entwicklung betroffen. Seit kurzem ist mittlerweile auch amtlich, dass die Saison auf HVM-Ebene und dementsprechend auch im Kreis Köln/Rheinberg abgebrochen und nicht gewertet wird.

Nina: Was bedeutet der Saisonabbruch für euch und wie läuft der aktuelle „Vereinsalltag“?

Jonas: Zum einen bedeutet der Saisonabbruch für uns und alle Beteiligten natürlich Gewissheit, zum anderen fehlt natürlich jetzt die ein wenig die Orientierung. Wir brauchen zeitnah ein nächstes Ziel welches wir uns vor Augen führen können. Dass es derzeit schwierig ist, ist jedoch auch logisch, da niemand weiß, wann und wie es weitergeht. Dennoch war der Abbruch die einzig richtige Entscheidung.

Von einem Vereinsalltag kann man aktuell nicht sprechen. Das soziale Miteinander fehlt jedem extrem. Unsere Trainerinnen und Trainer motivieren ihre Mannschaften in Onlinetrainings und vielen Gesprächen. Zusätzlich halten sie sich durch diese Form von Training fit, erhalten individuelle Lauf- und Kraftpläne und absolvieren diverse „Challenges“ und Wettbewerbe, um auch den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. Das ist natürlich kein Zustand auf Dauer, aber so wird dennoch der Kontakt zu allen Spielerinnen und Spielern gepflegt und eine gewisse Interaktion ist möglich. All unsere Trainer/innen machen dort einen super Job, haben immer neue Ideen, lassen sich kreative Lösungen einfallen und sind weiterhin höchst motiviert. Das verdient ein Riesenlob und Anerkennung.

Nina: Wie schätzt du die kommende Saison 2021/22 und eine dementsprechende Vorbereitung darauf ein?

Jonas: Das ist extrem schwer zu sagen. Wir sehen dieses dynamische Geschehen, welches für uns vor über einem Jahr noch unvorstellbar war. Verlässliche Aussagen sind hier nicht zu treffen. Ich hoffe, dass sobald es die Infektionszahlen zulassen, Sport in kleineren Gruppen im Freien möglich sein wird. Seit kurzem ist ein Einzeltraining auf öffentlichen Sportanlagen gestattet, das wäre also der nächste logische Schritt. So können wir wenigstens den gemeinschaftlichen Aspekt unter den geltenden Vorschriften wieder etwas mehr erleben. Eine anschließende Rückkehr in die Sporthallen sehe ich wohl erst in Richtung Sommer.

Nina: Wenn wir schon beim Thema Zukunft sind. Letzte Woche wurde ein Artikel zum männlichen Leistungsbereich veröffentlicht. Wie sieht es in den anderen Mannschaften aus?

Jonas: Erfreulicherweise haben dort in den letzten Tagen die abschließenden Gespräche mit allen Beteiligten stattgefunden und wir sind in der nächsten Saison sowohl im männlichen, als auch im weiblichen Bereich exzellent aufgestellt. Auch hierzu wird es in den kommenden Tagen eine offizielle Pressemeldung geben, sodass bereits jetzt alle Spielerinnen und Spieler wissen in welchen Konstellationen es nächste Saison weitergeht. Unseren Jahrgangswechsel werden wir trotz der aktuellen Lage nach Ostern vollziehen, um bei einer möglichen Wiederaufnahme in den neuen Teams bestmöglich vorbereitet zu sein.

Nina: Eine letzte Frage. Wie sieht sich der Verein langfristig im Jugendbereich aufgestellt und was sind die nächsten Ziele?

Jonas: Seit Jahren betreiben wir eine extrem engagierte Jugendarbeit. Der Name unseres Vereins stand schon immer im direkten Zusammenhang mit einer hervorragenden Jugendförderung. Bundesligaspieler von der 1. bis zur 3. Handballbundesliga gehen aus unserem Nachwuchs hervor. Ein Blick in unsere Drittligamannschaft, aber auch die Oberligamannschaft zeigt die Resultate und eine absolute Identifikation mit dem Verein. Wir wollen weiterhin unseren Jugendspielern eine bestmögliche Entwicklung und Perspektive bieten. Dazu werden wir in den nächsten Jahren weitere Schritte in der Professionalisierung gehen. Sportliches Ziel ist es, in den nächsten Jahren die Qualifikation zur A-Jugend-Bundesliga zu bestreiten, um den Spielern einen noch besseren Übergang in unsere Seniorenteams zu ermöglichen. Dazu schaffen wir bereits jetzt die nötigen Strukturen.

Aber auch auf anderen Ebenen wollen wir Möglichkeiten bieten. Wir sehen es als unsere Aufgabe, eine möglichst ganzheitliche Förderung unserer Kinder und Jugendlichen zu verfolgen. Wir denken da zum Beispiel an Nachmittagsangebote und eine Hausaufgabenbetreuung, sodass sich die Jugendlichen in ihrem gewohnten sozialen Umfeld sowohl sportlich, als auch schulisch ideal entwickeln können. Dieser Punkt ist mir extrem wichtig. Ich halte nicht viel davon junge Spieler aus ihrem sozialen und schulischen Umfeld zu reißen. Dafür sind diese Faktoren in ihrer Entwicklung zu prägend.


Nina: Vielen Dank für das Gespräch und bleib Gesund! Wenn du einen Wunsch frei hättest… Was würdest du dir für dich persönlich und auch für die Handballerinnen und Handballer des Vereins wünschen?

Jonas: Vielen Dank. Ich wünsche jedem einzelnen von Herzen Gesundheit in allen Bereichen!

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