Nachgefragt: Interview mit Co-Manager Michael Strock über seinen Wechsel vom Tor der 1. Herren ins Management der 82er

Hallo Michel, zunächst noch ein frohes neues Jahr und die wichtigste Frage vorneweg: Wie geht es dir? Wie hast du Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel verbracht?

Michael Strock: Vielen Dank und auch ich wünsche ein frohes neues Jahr. Dieses Jahr war für alle wahrscheinlich eine ganz andere Erfahrung. Auch ich habe die freien Tage von Weihnachten bis Silvester anders verbracht als in den letzten Jahren. Normalerweise versammelt sich an Weihnachten meine Familie bei meinen Eltern, das musste in diesem Jahr dann leider ausfallen. Meine Frau und ich haben dann jeweils einen Abend mit der jeweiligen Familie digital verbracht. Etwas neu, aber auch sehr schön. Gemeinsam essen und vor allem gesund bleiben. Das gleiche haben wir Silvester getan.

 

Wie schätzt du die aktuelle Situation in der Liga ein und wie ist die aktuelle Lage bei der Mannschaft?

Michael Strock: Die Situation ist für alle Vereine frustrierend. Man hat im letzten Jahr die Serie nicht zu Ende spielen können und einen Kader für diese Saison geplant. Anschließend wurde frühzeitig mit der Vorbereitung begonnen und dann haben manche Vereine fünf, andere (wie wir) nur ein Spiel gemacht. Da wurde recht viel investiert, sportlich und finanziell und jetzt stehen wir kurz vor dem Saisonabbruch. Es ist sehr schade, auch wenn allen Spielern bewusst ist, dass es in der aktuellen Pandemie wichtigere Dinge gibt. Trotzdem würden wir uns gerne mal wieder real sehen und zusammen trainieren.

 

Seit dem letzten Spiel am 18.10.20 sind nun schon über 3 Monate vergangen. Das letzte Mal hattet ihr am 20.10. einen Ball in der Hand. Wie schwer fällt euch die Pause aktuell?

Michael Strock: Wir trainieren im Moment mit Laufplänen und sehen uns alle zwei Mal pro Woche im Cybertraining. Es ist schön die Jungs zu sehen, aber natürlich stellt sich hin und wieder die Sinnfrage. Manchmal fühlt es sich an, als seien wir seit Mai in der Vorbereitung. Aber natürlich ist allen klar, dass im Falle einer Fortsetzung der Saison zumindest die körperliche Fitness gewährleistet sein müsste. Trotzdem sind Laufpläne und Cybertraining nicht unsere Leidenschaft und deshalb muss ich ganz klar sagen, dass es allen sehr schwer fällt und wir uns schon freuen, endlich wieder den Ball durch die Halle zu werfen. 

 

Nach dem plötzlichen Weggang von Eric Prützel bist du aus deinem „Stand-By-Modus“ zurückgekehrt und hast die gesamte Saisonvorbereitung mitgemacht. Statt kürzerzutreten warst du plötzlich die Nummer 2 im Tor der Drittligamannschaft. Wie hat dir die Vorbereitung und das Debüt in Liga 3 gefallen?

Michael Strock: Die Vorbereitung war top. Wir haben eine tolle Truppe und das Training war abwechslungsreich, anspruchsvoll und hat uns als Mannschaft physisch und psychisch nach vorne gebracht. Ein Highlight war sicherlich auch das Trainingslager in Ihlow mit dem Turnier in Oldenburg. An diesem Punkt waren wir perfekt vorbereitet und konnten das auch in diversen Vorbereitungsspielen zeigen. Der Saisonbeginn selbst war dann natürlich etwas ernüchternd. An das Nicht-Spiel in Longerich (Lichtanlage funktionierte nicht) kann sich sicherlich noch jeder erinnern und danach kam der Ausfall unseres ersten Heimspiels gegen Leichlingen. Im Spiel gegen Gummersbach war dann schon ein bisschen die Luft raus und sicherlich hätten wir es erfolgreicher gestaltet, wären wir normal in die Saison gestartet. Da fehlte einfach die Spielpraxis. An die kommenden zwei Wochen erinnere ich mich natürlich nicht so gerne, da sich einige Spieler mit Covid-19 angesteckt hatten. Da hab ich mir schon viele Sorgen um die Jungs gemacht. Für mich war an dem Tag die gesamte Vorfreude auf die Saison gelaufen. Aber jetzt, nach der monatelangen Hängepartie, schaue ich nach vorne und hoffe die nächste Saison kann dann endlich mit dem TuS 82 in der 3. Liga starten. Auch wenn ich dann in einer anderen Position teilnehmen werde.

 

Nach dieser Saison wirst du dich dann aber wie geplant aus der 1. Herrenmannschaft verabschieden und endgültig kürzertreten. Freust du dich schon darauf oder schwingt auch etwas Wehmut mit?

Michael Strock: Das Ganze ist natürlich ein Prozess, der sich über die letzten Jahre zieht. Die Entwicklung der Mannschaft in den letzten Jahren mitzumachen, macht mich stolz. Nach dem Trainerwechsel zu Favo hatten wir ein schwieriges Jahr zu bestehen, indem uns niemand den Klassenerhalt zugetraut hatte. Da sind wir fünfter geworden. Danach haben wir uns immer weiterentwickelt und letztes Jahr sind wir unangefochten aufgestiegen (und dieses Jahr nicht abgestiegen – lacht). Durch die Pandemie ist es jetzt natürlich ein komischer Zeitpunkt, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Aber vielleicht ist das auch ein guter Cut und allemal besser, als irgendwann leistungstechnisch sagen zu müssen, man hätte nicht mehr mithalten können oder noch schlimmer: durch eine Verletzung.

 

Bereits seit Ende der letzten Saison hast du die Position des Co-Managers inne. Wie gefällt dir die Zusammenarbeit mit dem restlichen Management und wie sehen deine Aufgaben aus? Und wie kam es eigentlich dazu?

Michael Strock: Als ich gefragt worden bin, ob ich mir den Posten als Manager vorstellen könnte, dachte ich zunächst an die großen Fußstapfen von Volker Leisner, der im Hintergrund echt immer wieder großartige Arbeit leistet. Trotzdem habe ich mich gefreut, da ich dadurch dem Handball und vor allem dem TuS 82 und meinen Mitspielern treu bleiben kann. Die Arbeit im Management ist anspruchsvoll und gerade aktuell in der Pandemie zeitaufwändiger als ich zunächst gedacht hätte, mittlerweile sind wir aber breiter aufgestellt und jeder im Team leistet seinen Anteil. Die Zusammenarbeit ist sehr gut, habe ich aber auch nicht anders erwartet. Sonst hätte ich das Ganze ja auch nicht gemacht.

 

Wenn du einen Wunsch frei hättest… Was würdest du dir für dich persönlich und auch für die Handballerinnen und Handballer des Vereins wünschen?

Michael Strock: Zunächst einmal wünsche ich mir, dass alle gesund bleiben. Ich glaube wir haben in der ersten Mannschaft die Erfahrung gemacht, was passiert, wenn plötzlich gestandene Handballer infiziert werden und welche Auswirkungen das auf das private und berufliche Umfeld hat. Das wäre auch für mich mein größter Wunsch. Wenn ich aber noch einen zweiten Wunsch frei hätte, dann würde ich mir für den Zeitpunkt nach der Pandemie eine große Vereinsparty wünschen und dass wir uns alle nächstes Jahr wieder in der Halle sehen.

 

Vielen Dank für das nette Gespräch und bleib gesund! Wir drücken die Daumen, dass die Wünsche wahr werden…



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