Die Besten im Westen – schon wieder!

Alle vier HVM-Kreismeister waren am Sonntag in der Bielerthalle, dazu die Westfalen-Meister Emsdetten und Lemgo sowie Hiesfeld-Aldenrade. Doch am Ende feierten die Opladener am meisten. Der Reihe nach: Gleich das Eröffnungsspiel bestritt das Team von Trainer Dennis Breuer gegen den Bonner Meister HSG Geislar-Oberkassel. Und von der ersten Minute merkte man, dass es jetzt andere Gegner waren als in der abgelaufenen Meisterschafts-Runde. Und genau das war ja der Grund, warum dieses Turnier überhaupt ins Leben gerufen wurde: endlich auf gleichstarke und genauso ambitionierte Teams zu treffen. Gegen Geislar entwickelte sich sofort ein offener Schlagabtausch, in dem die Opladener auch immer wieder hinten lagen. Erst als Joris in den letzten Minuten mit sechs Toren den Turbo zündete, war der erste Sieg mit 13:8 auf der Habenseite.

Nach der großen Begrüßung aller Teams um 11.20 wartete dann gleich der nächste Brocken auf die Breuer-Truppe: Der Bundesliga-Nachwuchs aus Lemgo ließ es sich nicht nehmen zum zweiten Mal in Folge in der Bielerthalle aufzuschlagen und sein Können zu zeigen. Angeführt vom Turnier-Top-Torjäger Kaan Dogan steckte den Lemgoern aber scheinbar noch die lange Anfahrt in den Knochen. Beim 15:8 netzte erneut Joris mit 7 Toren am häufigsten ein und der 15:8-Sieg war perfekt.

Doch die ganz große Stärke erst recht bei einem so langen und kräftezehrenden Turnier ist die unglaubliche Ausgeglichenheit vom TuS. Im dritten Spiel gegen Hiesfeld, die bis dahin ebenfalls noch ungeschlagen waren, sorgten plötzlich Lennart (4), Mika (4) und Tristan (3) für die Tore. Ergebnis: 13:8 für den TuS.

Darauf kann sich kein Gegner einstellen. Und als dann in Spiel vier gegen Düren (10:5) Henry (4) und Tom (4) die meisten Tore warfen, war für die Gegner klar: Auf Opladen kann man sich nicht einstellen. Nicht zu vergessen, dass hinten Eike und Tom regelmäßig mit Glanzparaden die Schützen zur Verzweiflung brachten.

Aber dann kam es noch zu einem richtigen Showdown: Der TV Emsdetten hatte bis zu Spiel 5 erst eine Niederlage auf dem Konto: Ein Sieg gegen das Heimteam und der Turniersieg wäre auch für die Münsterländer wieder in greifbare Nähe gerückt. Und man merkte in der Halle, dass sich etwas anbahnte. Es wurde lauter auf der Tribüne, schließlich war Emsdetten gleich mit einem ganzen Reisebus an Fans angereist. Und auch die Heimfans wussten, dass es jetzt um den Turniersieg geht.

Was die Truppe von Trainer Dennis dann aber aufs Parkett zauberte, ist kaum noch zu beschreiben: Schnelles Spiel nach vorne, Auge für den freien Mann und super Abschlüsse. Mit 17:4 in so etwas wie einem kleinen Finale um den Sieg beim VR-Bank-Cup zu bestehen – das hatte schon was Meisterliches. Und bei den Torschützen reihte sich jetzt plötzlich auch noch Paul L. (4) ganz vorne mit ein. Nach dem Spiel war klar: Der Turniersieg ist perfekt, aber gefeiert wurde natürlich noch nicht.

Schließlich wartete mit dem VfL Gummersbach noch ein echter Kracher auf die Jungs. Und die Gummersbacher, die im bisherigen Turnierverlauf noch nicht so ganz überzeugt hatten, wollten unbedingt nochmal zeigen, dass sie auch zu Recht zu diesem Meisterturnier gekommen sind.

Es entwickelte sich ein echter Krimi, in dem sich keine Mannschaft absetzen konnte. Im Gegenteil: 30 Sekunden vor Schluss gelang Gummersbach sogar der 10:9-Führungstreffer. Aber die Opladener wollten unbedingt unbesiegt den Pokal in Empfang nehmen und so drehten sie nochmal auf. Und es klappte: Fünf Sekunden vor Schluss netzte Lennart dann noch zum vielumjubelten 10:10-Ausgleich ein.

Sechs Spiele, fünf Siege, ein Unentschieden – mit 78 Toren die meisten geworfen und mit 42 Toren die wenigsten kassiert. Am Ende gab es nur eine Meinung in der Halle. Die männliche E-Jugend des TuS 82 Opladen ist der absolut richtige Sieger bei der inoffiziellen Westdeutschen Meisterschaft.

Aber es war noch nicht zu Ende. Bei der abschließenden Siegerehrung wurden neben den Pokalen für die Sieger auch noch ein All-Star-Team geehrt. Unangefochtener Spieler des Turnier und mit 29 Toren auch Top-Torschützen wurde Kaan Dogan aus Lemgo.

Im All-Star-Team standen mit Eike, Tristan, Joris und Lennart dann auch noch gleich vier Spieler des TuS – allesamt gewählt von allen sieben Trainern des Turniers. Ebenfalls noch im Team Mats Leon Dörtelmann (Emsdetten), Laurenz Braun (Gummersbach) und Paul Britz (Geislar).

Die Abschlusstabelle

1 TuS 82 Opladen          78:42    11:1

2 Hiesfeld/Aldenrade    53:46    8:4

3 TV Emsdetten 51:49    8:4

4 Handball Lemgo          68:65    6:6

5 Geislar-Oberkassel      49:60    4:8

6 SG GFC Düren 9           36:51    3:9

7 VfL Gummersbach      38:60    2:10

Doch allen Pokalen und Ehrungen zum Trotz: Ausnahmslos alle Trainer waren begeistert, dass ihre Teams endlich mal auf gleichstarke Gegner treffen konnten. Mehr als die Hälfte aller Spieler gingen mit weniger als drei Toren Unterschied aus. Die Stimmung in der Halle war wieder einmal fantastisch und ermöglichte einen Rahmen, den dieses Turnier und den diese Spieler absolut verdient haben.

TuS 82 Opladen: Eike Schaefer (Tor), Tom Walter (Tor), Joris Perlberg, Tristan Clausnitzer, Paul Ludwig, Tom Schwiperich, Henry Zbrozek, Adrian Peilstöcker, Lennart Feld, Paul Fikenscher, Mika Itzwerth, Robin Wagner, Jonas Bachhausen, Lennart Sipply

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