Mega-Wochenende in Ulzburg

Am Donnerstag in aller Früh startete der Tross von Trainern, Spielern und Eltern an der Bielerthalle. Ziel: Das 400 Kilometer entfernte Ulzburg in Schleswig-Holstein. Dort stieg wie jedes Jahr der Schüler-Cup der D- und C-Jugend-Teams. Nach einer entspannten Fahrt waren um 12 Uhr schon alle angekommen. Erster Programmpunkt: Einchecken im „Cup-Hotel“. In einem Klassenraum mussten zuerst die Tische und Stühle zur Seite geräumt werden, um Platz für 15 Spieler und die zwei Trainer Stephan Liese und Dennis Breuer zu schaffen.

Aber dann ging es in eine der sechs Hallen, um schon mal Turnierluft zu schnuppern und auch ein paar Gegner genauer unter die Lupe zu nehmen. Es spielten schon einige D-Jugend-Teams und so konnte man sich schon einen guten Überblick über das Niveau verschaffen. Am Abend gab es dann das erste richtige Highlight: Die große Eröffnungsshow in der proppevollen Halle 2. 

Willkommensreden, eine tolle Vorführung der HipHop-Akademie aus Hamburg und das große Einlaufen aller Teams brachte die Stimmung zum Überkochen. Das Turnier hatte jetzt so richtig begonnen.

Den ersten Einsatz hatte die Liese-Truppe dann am Freitag früh um 9 Uhr. Das hieß: Wecker um 7 Uhr, dann Frühstück und um 8.15 Uhr in die Halle zum Aufwärmen. Erster Gegner: Die MTG Wangen, die sogar extra vom Bodensee angereist war. Doch ein echter Prüfstein war es noch nicht: Nach 30 Minuten Spielzeit hieß es 19:2 für den TuS.

Nach knappen zwei Stunden Wartezeit ging es dann weiter gegen den Barmstedter MTV 2. Doch auch diese Mannschaft, die hauptsächlich aus dem jüngeren Jahrgang bestand und gerade aus der E-Jugend hochgekommen war, konnte dem Sturmlauf der Opladener nichts entgegensetzen. Ergebnis 40:0.

Nach nur kurzer Pause ging es dann sofort weiter gegen den offensichtlich stärksten Gruppengegner, der ebenfalls seine beiden Gruppenspiele klar gewinnen konnte, den Rellinger TV. Das Trainerteam schwor die Truppe noch einmal eindrücklich ein, um hochkonzentriert in das dritte Spiel des Tages zu gehen.

Mit Erfolg: Vom Start weg ließ der TuS nichts anbrennen und mit dem 18:5 war nicht nur der dritte Sieg des Tages sondern gleichzeitig auch der Gruppensieg perfekt. 6:0 Punkte - 77:7 Tore - einfach beeindruckend.

Eigentlich sollte für den Rest des Tages nun Entspannung angesagt sein, aber gegen Abend zuckte es schon wieder bei den Kids und ein Spaß-Beachhandball-Turnier war noch drin. Doch um 22 Uhr musste Schluss sein, denn es ging erneut um 9 Uhr am nächsten Tag mit dem Viertelfinale weiter.

Gegner: Die HSG Schaumburg-Nord. Das gleiche Ritual: Aufstehen, Frühstück und um 8.15 Uhr in die Halle. Aber auch die Trainer hatten ihre Hausaufgaben gemacht und den Gegner ein paar Mal beobachtet. So konnten sie die Kids perfekt einstellen und auf die stärken von Schaumburg hinweisen.

Und die Kids führten den Plan konsequent aus: 10:2 zur Halbzeit und 21:6 am Ende - und das im Viertelfinale. Eine eindrucksvolle Leistung, die auch den anderen favorisierten D-Jugend-Teams nicht verborgen blieb, denn es fanden sich auch bei den Opladener Spielen die ersten „Spione“ ein.

Knapp zwei Stunden später stand dann das große Halbfinale gegen den Handball Sport Verein Hamburg an - eine ganz andere Hausnummer, wie sich schnell herausstellen sollte. Auch Hamburg war bisher durchs Turnier gerast und hatte als einziges Team in der Vorrunde sogar noch mehr Tore geworfen als der TuS.

Das Halbfinale wurde dann zum spannendsten Spiel, was diese Mannschaft, die Trainer und Eltern in den letzten Jahren erlebt hatten. Nach einer schnellen 2:0-Führung kam Hamburg sofort wieder zum 4:4 zurück. Die 5:4-Führung für den TuS sollte dann aber für längere Zeit die letzte sein. Denn  kurz vor der Halbzeit kam es zur stärksten Phase des HSV, die sich bis zum Pausenpfiff auf 8:6 absetzen konnten.

Als dann direkt nach Wiederanpfiff auch noch das 9:6 folgte, musste man sich zum ersten Mal Sorgen machen, doch Arda mit zwei schnellen Toren und eine Glanzparade von Tom brachten zum 10:10 wieder den Ausgleich. Es entwickelte sich ein Herzschlagfinale. Erst ging der TuS 12:11 und 13:12 in Führung, doch Hamburg drehte das Spiel erneut und ging ihrerseits 14:13 in Führung. 

Es waren noch 30 Sekunden zu spielen und Hamburg bekam zudem einen Siebenmeter zugesprochen. Doch Tom, der erst am Mittwoch erfuhr überhaupt mit nach Ulzburg zu fahren, hielt Opladen mit einem Super-Reflex im Spiel und der TuS hatte den letzten Angriff. Und dann war es Sören der fünf Sekunden vor Schluss mit einem Wahnsinns-Durchbruch den vielumjubelten Ausgleich zum 14:14 herstellte.

Es herrschte kurz Konfusion: Was folgt jetzt? Verlängerung oder Siebenmeterwerfen? Es gab das Siebenmeterwerfen - pro Team fünf Schützen. Auch hier zeigte Tom seine Qualitäten und entschärfte gleich zwei Würfe der Hamburger. Doch leider reichte es trotzdem nicht, weil für den TuS nur Tristan traf.

Natürlich war die Enttäuschung in den ersten Minuten groß, aber die Jungs hatten im vielleicht besten D-Jugend-Spiel des Turniers eine Super-Leistung gezeigt. Dazu hatten sie sich trotzdem ein weiteres Spiel am Final-Tag in der großen Halle verdient.

Und auch wenn es nur das kleine Finale um Platz 3 wurde, war schnell klar, dass man auch hier nochmal alles reinwerfen wollte, um unbedingt mit einem positiven Gefühl dieses tolle Turnier verlassen zu können.

Schon am Nachmittag war die Stimmung der Jungs beim kicken auf dem großem Fussball-Feld wieder in Ordnung. Und Sonntag früh am großen Finaltag war die Konzentration  dann wieder voll auf den nächsten Gegner, den HC Empor Rostock gerichtet. 

Schon das Einlaufen vor über 500 Fans in der vollen Halle machte den Jungs sichtlich Spaß, von Nervosität keine Spur. Und das war auch im Spiel so: Vom der ersten Minute an zeigten die Opladener Jungs, dass nur sie den dritten Platz unbedingt wollten. In der Abwehr standen sie wie schon das gesamte Turnier sehr gut und vorne ergaben sich immer wieder gute Einschussmöglichkeiten, die häufig auch genutzt wurden. So konnte bis zum Halbzeit-Pfiff ein 7:5-Vorsprung herausgearbeitet werden.

Und auch in der zweiten Hälfte gab es nicht eine Schwächephase der Liese-Truppe - im Gegenteil: Bis zum Ende wurde der Vorsprung kontinuierlich ausgebaut, so dass Trainer Stephan schon 90 Sekunden vor dem Schlusspfiff die Ersatzspieler auf der Bank, die die Mannschaft auf dem Feld lautstark unterstützt hatte, abklatschen konnte. Der Schlusspfiff ging dann im Jubel der Opladener fast unter. Das Happy-End war doch noch gelungen.

„Ein tolles Turnier und die Jungs nehmen jede Menge Erfahrung mit“, war Stephan Liese nach den tollen Leistungen seines Teams einfach nur noch begeistert. Der Rostocker Trainer bescheinigte dem TuS dann noch mal ehrlich, „dass Opladen die stärkste Mannschaft beim Ulzburg-Cup war.“ Ein Kompliment, was dankend zur Kenntnis genommen wurde.

TuS 82 Opladen: Tom, Eike, Julius, Sören, Luca, Tristan, Caspar, Arda, Joris, Jan, Florian, Johan, Colin, Louis, Lennart

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