Krimi-Sieg in Königsdorf

Was. Für. Ein. Spiel! In einer hochdramatischen Partie am Sonntagabend setzt sich die Zweitvertretung des TuS 82 mit 24:23 beim TuS Königsdorf durch.

 

Die Vorzeichen waren klar: Beide Teams hatten sich im Vorfeld praktisch schon für die Meisterrunde qualifiziert. Doch den prestigeträchtigen ersten Platz in der Gruppe zwei der D-Jugend-Vorrunde wollten natürlich beide Teams gerne erreichen. Königsdorf hatte zuvor alle sieben Spiele sehr deutlich gewonnen und ging als Spitzenreiter vorm TuS 82, die sich nur einen Minuspunkt bisher leisteten, in die Partie.

 

Wie sehr beide Teams dieses Match gewinnen wollten, war schon vor dem Anpfiff in der Halle zu spüren. Trotz der ungewöhnlichen Anwurfzeit fanden sich mehr Zuschauer als üblich in der Halle ein. Beim Einwerfen lugten beide Teams häufiger auf der die andere Seite rüber, um mögliche Stärken des Gegners auszumachen. Und was die Opladener sahen waren vor allem einige sehr große gewachsene, kräftige und auch gut ausgebildete Spieler auf Königsdorfer Seite. Schließlich besteht die Königsdorfer Mannschaft fast ausschließlich aus dem älteren Jahrgang.

 

Trainer Dennis Breuer versuchte vor dem Spiel den Druck von den Jungs nehmen: „Wir können hier heute nur gewinnen, von uns erwartet niemand den Sieg.“ Doch das klappte nur zum Teil: denn auch wenn Trainer, Eltern und Zuschauer den Sieg nicht erwarteten, setzten sich die Spieler selber unter diesen Druck. Dieses Team kennt nur eines: Gewinnen. Und da ist es scheinbar egal, wer auf der anderen Seite steht.

 

Und durch diesen scheinbar selbstgemachten Druck stieg auch die Nervosität der Opladener bei Spielstart so stark an, das zunächst einmal wieder gar nichts gelang. Schrittfehler, Fangfehler, Passfehler, in den ersten fünf Minuten standen gleich mal neun technische Fehler zu Buche.

 

Doch auf Königsdorfer Seite das gleiche Bild: Pässe ins Aus und Schrittfehler waren dafür verantwortlich das Königsdorf gerade mal mit 3:2, 5:4 und 6:5 in Führung gehen konnte. Des weiteren erwischte Eike, der gegen Köln in der letzten Woche gar nicht zum Einsatz kam, einen Sahnetag und hielt unter anderem einen völlig freien Konter.

 

Die Opladener beruhigten sich und konzentrierten sich jetzt auf das, was sie können: Gute Abwehr und das schnelle Spiel nach vorne. Dadurch kippte das Spiel zum ersten Mal in eine Richtung. Ein 5:0-Lauf durch zwei Mal Tristan, Adrian, Lennart und Henry brachte die 6:10-Führung – Königsdorf musste eine Auszeit nehmen.

 

Bis zur Pause kam dann aber auch noch Joris' große Zeit, der mit seinen flinken Wacklern von den großgewachsenen Gegenspielern nicht in den Griff zu bekommen war. So hatte bei Halbzeit auch weiterhin der Vier-Tore-Vorsprung bestand (12:16).

 

Pause, Luftholen. Es gab bisher kaum etwas zu kritisieren, doch jetzt wollte das Team natürlich noch mehr diesen Sieg mit nach Hause nehmen. Und es ging auch gleich gut weiter. Als Joris zum 14:21 in der 29. Minute traf, sah es schon sehr gut aus. Doch Königsdorf setzte jetzt alles auf eine Karte, stellte das Team komplett um und kämpfte sich Tor um Tor wieder heran. Zwei Undiszipliniertheiten brachten zudem zwei völlig unnötige Zwei-Minuten-Strafen und der Vorsprung sank weiter.

 

140 Sekunden vor Schluss war der Ausgleich hergestellt (23:23) und die Halle stand Kopf. Auszeit Opladen: Ruhe bewahren! Zurück auf die Stärken besinnen. Wackler Lennart, 23:24 noch zwei Minuten. Dann kam die große Zeit von Tom. Erst entschärfte er einen Siebenmeter und dann hielt er gleich zwei Mal mit super Reflexen auf der Linie. Opladen nahm kurz vor Schluss durch einen langen Angriff viel Zeit von der Uhr, aber ohne Torabschluss – Auszeit Königsdorf, noch waren 20 Sekunden auf der Uhr.

 

Und dann zeigte sich wieder die ganze Cleverness in der Abwehr. Königsdorf spielte sich den Ball im Rückraum zu und Adrian und Lennart machten ihre Gegenspieler schnell und fair fest. Die Uhr lief ab. Lediglich ein direkt verwandelter Freiwurf konnte noch das Unentschieden bringen. Doch der Wurf landete im Block und der Rest ging in einer großen Jubeltraube unter.

 

Die Sensation war tatsächlich perfekt. Opladen gewann und sicherte sich neben Platz 1 damit auch rechnerisch den Platz in der Meisterrunde. Eine Wahnsinnsleistung dieser jungen, aber spielerisch sehr starken Truppe.

 

Den Abschluss der Vorrunde bildet am nächsten Wochenende die Partie gegen Schlusslicht Ehrenfeld, bevor dann in der Meisterrunde ab Januar die Karten völlig neu gemischt werden.

 

TuS 82 Opladen: Eike Schaefer (Tor), Tom Walter (Tor), Tristan Clausnitzer (8), Joris Perlberg (5), Henry Zbrozek (3), Adrian Peilstöcker (3), Lennart Feld (2), Tom Schwiperich (2), Mika Itzwerth (1), Paul Fikenscher, Tjade Wilms

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