23.08.2011 Nadine Homann tritt die Nachfolge von Franz Luderich an

- "Ich will keine Frauen trainieren. Das ist ein anderer Basketball. Wegen der Physis." Das sagt Nadine Homann, die es von den Giants zum TuS 82 verschlagen hat, wo sie die Nachfolge von Franz Luderich antritt. Foto: Uwe Miserius
Opladens neue Chefin
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 23.08.2011
Nadine Homann hat sich für die Premieren-Saison als Trainerin der Basketballer einiges vorgenommen. Ein Gespräch über Ziele, Team-Struktur und den Grund, warum Homann keine Frauen trainieren will.
Manchmal ist eine Antwort so definitiv, dass sie Nachfragen kategorisch ausschließt. Wie die von Nadine Homann über den Grund, warum sie nie ein Frauenbasketballteam trainiert habe. "Ich will keine Frauen trainieren. Das ist ein anderer Basketball. Wegen der Physis", sagt die 30-Jährige, die ab der neuen Saison beim Herren-Oberligist TuS 82 Opladen die Nachfolge von Franz Luderich antritt.
An diesem Abend ist Homann aus ihrem Wohnort Düsseldorf zum Opladener Birkenberg gefahren. Aleks Zaharijevic hat sie im Gepäck. Der Athletik-Trainer soll die Opladener Korbjäger in Form bringen. Auch auf der Laufbahn am Birkenberg. Bis zum Saisonstart am 1. Oktober gegen die Bayer Giants II sollen noch einige solcher Einheiten das Balltraining aus der Halle bereichern.
Stationen als Spielerin TSV Bayer 04 Leverkusen, Bayer Uerdingen, Essen, BBZ Opladen, Garather SV
Stationen als Trainerin Garather SV (bis 2003), TV Willich (bis 2006), Flyers Mönchengladbach (bis 2007), Grevenbroich Elephants (bis 2008), Bayer Giants (bis 2011).
Dass es Homann nach Opladen verschlagen hat, hängt auch mit der Umstrukturierung bei den Giants zusammen. Dort hatte der neue Abteilungsleiter Frank Rothweiler seit April Einsparungen beim Personal vorgenommen, und auch Homanns Stelle fiel weg. Seit 2007 hatte sie für die NBBL- und die Reservemannschaft als Trainerin gearbeitet. "Das Interesse vom TuS war aber schon vorher da", sagt Homann.
Ging es bei den Giants vor allem um die Weiterentwicklung von Nachwuchsspielern, soll die Inhaberin der Trainer-B-Lizenz in ihrem zehnten Trainerjahr den TuS 82 wieder in höhere Gefilde führen. "Viele sehen uns in der Favoritenrolle. Unser Minimalziel ist erst einmal ein Platz unter den ersten drei. Und dann gucken wir mal, was geht", sagt Homann.
Das Gerüst der Mannschaft werden die Erfahrenen bilden, wie Matthias Luderich, Sven Klesper und Rafael Wilczek. Hinzukommen in Cem Karal (33, ART Düsseldorf) und Moritz Thimm (29, Bayer Giants) noch ein Routinier sowie ein namhafter Neuzugang für die Center-Position. "Es kann nicht alles über Moritz laufen. Er muss Verantwortung übernehmen, aber er ist genauso wichtig wie alle anderen. Auf Cem halte ich große Stücke", sagt Homann über die zwei Akteure. In Max Hummel und Dominik Kiese werden zwei Talente aus der eigenen U 18 künftig Oberliga-Luft schnuppern. Für den Aufbau und für die Center-Position ist Homann noch auf der Suche nach Verstärkungen. In Niklas Hennel hat sie die Zusage von einem weiteren Giants-Spieler schon in der Tasche.
Schneller soll er werden, der Spielvortrag der Opladener unter Homann. "Wir werden mit Sicherheit auch den ein oder anderen Fast-Break fahren", verspricht sie. Eine erste lockere Trainingsphase gab es schon von Mitte Mai bis Mitte Juli. Jetzt, nach vier Wochen Pause, geht es noch sechs Wochen lang ans Eingemachte. Ein Leben ohne Trainerdasein – für Homann vorstellbar? "Nein", sagt sie. Noch so eine Antwort, die keiner Nachfrage bedarf.
Info
Nadine Homann
Geburtstag 25. April 1981
Wohnort Düsseldorf
Arbeitet hauptberuflich bei der Telekom
Hobbys Basketball sowie ihr Pferd
Quelle: RP